Wappenkartusche nach Küstrin zurückgekehrt!

Vor einigen Monaten informierten wir über einen sensationellen Fund eines Wappens aus Sandstein, der einst das Eingangstor des Königlichen Zeughauses in Küstrin schmückte. Den ersten Stein (es waren zwei) wurde von uns 2012 gefunden oder eher geborgen. Der zweite befand sich 50 km von Küstrin entfernt. Wir haben versprochen, dass wir nach dem Abschluss von Verhandlungen mit dem aktuellen Eigentümer des Steines über die Umstände der Ausfuhr außerhalb die Stadt aufdecken werden. Und dieser Moment ist jetzt gekommen.

Die Stadt Ściechów/Fahlenwerder liegt im Zentrum eines Dreiecks mit Endpunkten in Dębno, Myślibórz und Gorzów Wlkp., 5 km von Lubiszyn entfernt. Merkwürdigkeit: es ist eins der längsten Dörfer in Polen und der Geburtsort eines prominenten deutschen Jagdfliegers aus dem II. Weltkrieg (dies ist nur eine Information, nicht  Ausdruck unserer Wertschätzung).

Ein Einwohner von Gorzów, Herr Piotr Ptaszkiewicz, hat vor einiger Zeit eine Liegenschaft in diesem Dorf gekauft. Bei der Besichtigung der Gebäude bemerkte er einen großen dekorativen Stein, der auf beiden Seiten Wappenschilder zeigte. Er erhielt Informationen von Vorbesitzern, dass der Stein vor langer Zeit noch in den 70er Jahren nach Ściechów gebracht wurde. Er befand sich auf einem Kipper mit einem Sandhaufen, der für die Bauarbeiten auf dem Grundstück bestellt wurde. Und so ist er dort geblieben.

Nach der Übernahme des Bauernhofes versuchte Herr Piotr das Geheimnis der Herkunft des Steins zu lösen. Seine "Ermittlungen" dauerten mehrere Monate und eher zufällig (weil der 50 km entfernte Küstrin nicht im Interessenkreis lag), stieß er auf die Informationen des Museums der Festung Küstrin von 2012 über das Finden einer Wappenkartusche vom Küstriner Zeughaus. Das angeschlossene Foto zeigte einen Objekt, das der Skulptur in seinem Garten fast identisch war. Im Juli dieses Jahres gab es nach dem Aufruf an das Festungsmuseums und dem Besuch unserer Vertreter in Ściechów keinen Zweifel mehr: es war die zweite von zwei Kartuschen, die sich einst am Eingangstor des Arsenals in der Nähe des Schlosses auf Säulen befanden.

Jetzt musste man sich nur noch gütlich einigen. Beide Seiten haben ihren Willen bekundet, die Angelegenheit positiv zu regeln. Hervorzuheben ist die Haltung des Eigentümers (auf unseren Bild mit der Familie), der sich mit großem Verständnis dem Thema näherte. Das größte Hindernis war die emotionale Beziehung für den Stein. Schließlich wurden alle Bedingungen vereinbart, der Vertrag wurde unterzeichnet und am 3. Dezember reiste das Museum-Team in Ściechów an. Mit viel Mühe gelang es uns, die zentnerschwere Kartusche einzuladen und nach Küstrin zu transportieren, wo sie gereinigt wurde und  in die Bastion Filip kam. Ab dem Frühjahr wird sie dort präsentiert werden. Und somit  kehrt ein weiteres Altstadt-Objekt an seinen Ort zurück – auch als ein Zeichen, dass es möglicherweise gelingen wird, noch weitere Fragmente aus der Altstadt aufzufinden und zu erwerben.