Militär-Biwak in der Festung Küstrin

Das schöne Frühlingswetter lockte am Samstag (26.04.) einige hundert Menschen in die Altstadt, die durch die Ankündigung von Militärmanövern historischer preußischer Truppen angelockt wurden. Und tatsächlich: Wer kam, kam zufrieden zurück. Mehr als 60 Reenactors aus verschiedenen historischen Vereinen fanden sich auf der Festung Küstrin (Kostrzyn) ein. Die ersten hatten bereits zwei Tage zuvor ihre Zelte an der Kurtine zwischen dem Berliner Tor und der Bastion König aufgeschlagen.

Bis Samstag wurden rund 40 stilisierte Zelte errichtet, in denen die Soldaten und das Begleitpersonal bis Sonntag stationiert waren. Neben den Zelten waren auch Waffen, Uniformen, Ausrüstungsgegenstände und Werkzeuge aus der damaligen Zeit zu sehen. Es gab sogar einen Feldscherer, der bereit war, bei Bedarf Wunden zu versorgen. Die wichtigsten Ereignisse des Biwaks fanden am Samstag statt, wo nach dem frühen Wecken, der Morgengymnastik und dem Frühstück als erstes der Appell am Sockel des Denkmals des Markgrafen Johannes auf dem Programm stand. Der Truppenrückblick schloss mit einer Zusammenfassung der Aktivitäten der Vereine im vergangenen Jahr.

Bis zum Mittagessen fanden Exerzierübungen, Märsche, Formationsaufstellungen und gelegentliches Musketenschießen statt. Nach dem Mittagessen fand die wichtigste Nachstellung statt - eine Schlacht zwischen preußischen und sächsischen Truppen. Und obwohl es "ungestüm und rauchig" zuging, mit Angriffen von beiden Seiten, wobei die Waage des Sieges von einer Seite zur anderen kippte und Kanonen zum Einsatz kamen, gab es zum Glück keine Toten. Daran konnte auch ein direktes Aufeinandertreffen mit Bajonetten nichts ändern. Auch unsere Museumskanone nahm auf preußischer Seite an der Schlacht teil - sie schoss zweimal und versagte beim dritten Mal. So ist das im 18. Jahrhundert. Das Scharmützel wurde vom König selbst, Seiner Majestät Friedrich dem Großen, beobachtet, der persönlich den Friedensvertrag abschloss. Die Armee bewegte sich zügig, unter anderem dank einer Erbsensuppe, die der "Kommandant der Festung Küstrin" spendierte.  Auch die Zivilbevölkerung nutzte die Gelegenheit und lobte den Geschmack dieser traditionellen Militärsuppe, die von der Bar Duet in Kostrzyn zubereitet wurde. Insgesamt haben wir fast 200 Portionen serviert! Schönes Wetter, eine gute Beteiligung, ein interessantes Spektakel - so kann man den Tag kurz zusammenfassen. Das nächste Frühjahrsmanöver findet nächstes Jahr zur gleichen Zeit statt.