An den Feierlichkeiten nahm das Museum der Festung Kostrzyn teil, vertreten durch die Direktorin Julianna Sójkowska-Socha. Die Einrichtung hatte zudem einen Informationsstand vorbereitet, an dem sie ihre Aktivitäten und ihr Angebot vorstellte.
Einer der Programmpunkte war ein Vortrag von Krzysztof Socha, Archäologe am Museum der Festung Kostrzyn und langjähriger Forscher zu Górzyca. Er stellte die Geschichte der ehemaligen Diözese Lubuskie, die Bedeutung von Górzyca als Bischofssitz sowie die Geschichte des Marienheiligtums vor. Außerdem ging er auf die materiellen Zeugnisse des hier über Jahrhunderte hinweg gewachsenen Marienkults ein.
Ein interessanter Programmpunkt war der Vortrag von Dr. Dorota Lorkiewicz-Muszyńska vom Institut für Rechtsmedizin in Posen mit dem Titel „Gesichter, die die Zeit verbarg“. Dabei wurden anthropologische 3D-Rekonstruktionen vorgestellt, die auf der Grundlage von drei ausgewählten Schädeln angefertigt wurden. Dank dieser Rekonstruktionen konnten die Teilnehmer einen Eindruck davon gewinnen, wie die Menschen aussahen, die vor Jahrhunderten in dieser Region lebten.
Feierliche Beisetzung mittelalterlicher Einwohner von Górzyca
Ein wichtiger Höhepunkt der Feierlichkeiten war die feierliche Beisetzung mittelalterlicher Einwohner von Górzyca, deren Überreste bei archäologischen Ausgrabungen gefunden worden waren. Nach vielen Jahrhunderten fanden sie erneut ihre letzte Ruhestätte an dem Ort, mit dem ihr Leben verbunden war.
Die Heilige Messe wurde von Dekan Radosław Gabrysz und Pfarrer Czesław Grzelak zelebriert. An ihr nahmen Vertreter der Gemeindeverwaltung von Górzyca unter der Leitung von Gemeindevorsteher Tomasz Stupienka, Einwohner sowie geladene Gäste teil. Die Laudatio verlas Julianna Sójkowska-Socha, Direktorin des Museums der Festung Kostrzyn.
750 Jahre Geschichte und Erinnerung
Das Jubiläum erinnerte daran, dass die Geschichte von Górzyca nicht nur die Geschichte der Bischöfe und des Heiligtums ist, sondern auch das Schicksal der Menschen, die hier vor Hunderten von Jahren lebten. Ihre Überreste, Gegenstände des täglichen Gebrauchs sowie die Überreste ehemaliger Gebäude sind ein materielles Zeugnis der Anwesenheit aufeinanderfolgender Generationen von Einwohnern. Der 750. Jahrestag der Verlegung des Sitzes der Lubusker Bischöfe nach Górzyca bot somit sowohl die Gelegenheit, an ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Region zu erinnern, als auch über das Erbe dieses Ortes nachzudenken, dessen Vergangenheit wir dank archäologischer und anthropologischer Forschungen immer noch entdecken.
Wir bedanken uns herzlich bei der Gemeindeverwaltung von Górzyca, dem Gemeindekulturzentrum in Górzyca sowie bei Pfarrer Czesław Grzelak für die Vorbereitung und Mitorganisation der Veranstaltung sowie für ihr Engagement für die Erinnerung und das Kulturerbe von Górzyca.





