Die Altstadt von Kostrzyn enthüllt weitere Geheimnisse

Die Aufräumarbeiten in der Altstadt von Kostrzyn haben erneut interessante Funde zutage gefördert. Diesmal stieß man auf zwei auf den ersten Blick unscheinbare Fundstücke, die an die Geschichte des ehemaligen Kostrzyn und seiner Bewohner erinnern.

Eines davon ist ein Fragment einer dekorativen Urne, die einst die Balustrade der Frontfassade des Kostrzyner Rathauses schmückte. Die Analyse der Form des Denkmals und seines Fundortes deutet darauf hin, dass es aus dem Umbau des Gebäudes im 19. Jahrhundert stammt. Es handelt sich um ein kleines, aber wertvolles Zeugnis eines der bedeutendsten Bauwerke der ehemaligen Stadt, das 1945 während der Kämpfe um die Festung Kostrzyn zerstört wurde.

Der zweite Fund erfolgte in der Kominiarska-Straße. Bei Arbeiten des Zentrums für soziale Integration in Witnica wurde eine Betonstufe entdeckt, die einst zu einem der Mietshäuser führte. Auf ihrer Unterseite ist ein spiegelbildlicher Abdruck einer Vorkriegszeitung erhalten geblieben. Höchstwahrscheinlich wurde das Papier als Unterlage oder Dichtungsschicht verwendet und hat sich im Laufe der Zeit fest mit dem Beton verbunden. Es wird auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die Stufe aus wiederverwendetem Lithografiestein gefertigt wurde.

Beide Funde zeigen, dass die Altstadt von Kostrzyn noch immer viele Geheimnisse birgt. Selbst kleine Details können zu wertvollen Zeugen der Geschichte werden und ermöglichen es, das Alltagsleben der ehemaligen Stadtbewohner besser kennenzulernen.